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Herbeigesehnte Tränen- plötzlich unerwünscht

Ich sollte froh sein, reisst er all die Dämme ein, die ich einst so sorgsam errichtet hatte. Ich sollte dankbar sein, sieht er auch hinter diese Mauer und zieht sorgfältig immer wieder einen Klotz daraus heraus. Stück für Stück bröckelt diese Mauer, die einst zu dem einzigen Zwecke errichtet worden ist, meine Gefühle zu schützen und die längerfristig das Gegenteil bewirkte. Keine Gefühle sollten hindurch sickern. Schwäche sollte erdrückt und Stärke hervorgebracht werden. Keine einzige Träne sollte durch diese Mauer hindurch auf die andere Seite gelangen und all jenes offenbaren, was ich verbergen wollte. Und nun reisst er sie ein diese Mauer, ohne es selbst wirklich zu merken. Ich sollte dankbar sein dafür. Leichter werden durch die Last die mit jedem einzelnen Klotz verschwindet. Doch nun habe ich Angst- Angst, dass er zu viele Klötze herauszieht und der ganze Damm bricht und kein Aufhalten mehr ist. Denn das tut er bereits-die Materie ist so spröde geworden, dass zwischendurch an v...

So sollte es immer sein

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Ihre Augen strahlten. Sie legte den Kopf in den Nacken und lachte, als er sie einmal um sich selbst wirbelte, nur um sie dann wieder zu sich zu ziehen und festzuhalten. Dieses Spiel wiederholte sich, immer und immer wieder, während sie sich im Takt der Musik bewegten. Sie vergass alles um sich herum, liess sich fallen und genoss jeden Augenblick. Seine Augen, die ihren Bewegungen folgten. Das Lächeln, das sich in seinen Augen wiederspiegelte. Seine Wärme und seine Arme, die sie immer wieder aufs Neue umschlossen. Sie fühlte sich leicht, beinahe schwerelos. Von ihm getragen, Von ihrer Liebe. So sollte es immer sein, dachte sie, als er sie wieder an sich zog und sie ihr Gesicht an seiner Brust barg und seinen Geruch einatmete. Er führte sie wieder in eine Drehung, drehte sich selbst dann auch und sie staunte, wie eingespielt sie bereits auf die Bewegungen des anderen reagierten, wie ihre Körper wie ein einziger agierten. Sie waren in einer anderen Welt, die restlichen Mensch um sie heru...

Träume

Sie wachte mitten in der Nacht auf und fragte sich, wohin ihre Träume verschwunden seien. Nicht jene Träume, die einen nachts in wunderbare Fantasiewelten entführen, Unmögliches möglich machen oder einen schweissgebadet aufwachen lassen, nein. Sie dachte an die Träume, die einen zu einem besseren Menschen werden lassen. Träume, Wünsche, Ziele, die man für das eigene Leben hat. Träume, die einem Antrieb und Energie spenden. Die einen hoffen lassen, dass es einen guten Grund gibt, weshalb man sich jeden Morgen aus dem Bett schält. Früher hatte sie viele davon. Träume, die ihr das Gefühl gaben, etwas Wichtiges zu tun in dieser Welt. Jene Art von Träumen, die einem das Gefühle geben, etwas Gutes zu tun, wichtig zu sein. Denn wenn alle Menschen solche Träume hätten und auf diese hinarbeiten würden, sähe die Welt vielleicht anders aus, dachte sie. Wieder ein bisschen farbiger, fröhlicher. Sie starrte an die Zimmerdecke und fragte sich, wohin diese Träume verschwunden waren, w...

Distanz

Die Distanz zwischen uns scheint greifbar, Dick und zähflüssig schwebt sie zwischen uns. Und mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück. Du hast Angst mich zu verletzen, Doch was am Meisten verletzt ist deine Mauer, die du um dich herum aufbaust. Und mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück. Du hast Angst, dass ich dich nicht verstehen könnte, Doch wie soll ich dich verstehen, wenn du dich mir nicht offenbarst? Und mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück. Ich möchte dir zuhören, Doch alles was über deine Lippe kommt ist Stille. Und mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück. Ich strecke meine Hand nach dir aus, Doch du wendest deinen Blick davon ab. Und mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück. Bitte- Engleite mir nicht! Denn mit jedem Schritt den ich auf dich zu mache, Machst du zwei Schritte zurück.

Zwei Wochen Du und Ich

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Zwei Wochen bei dir wohnen- nun neigt es sich dem End zu und wir kommen vom einen Extrem zum Anderen. Sich jeden Tag sehen, jeden Abend gemeinsam ins Bett gehen und am nächsten Morgen gemeinsam aufwachen. Und nun gehst du eine Woche weg. Entzugserscheinungen, schon nur wenn ich daran denke...   Zwei Wochen... jeden Abend neben dir im Bett liegen deine Arm um mich fühlen deine Stirn an der meinen dein Blick, der auf mir ruht deine liebevollen Augen in denen sich mein Gesicht spiegelt Mein Blick so sehr auf dich gerichtet, das alles rund um dich herum verschwommen ist Deine Lippen wie Schmetterlingsflügel auf meinen Wangen meinen Lippen meiner Hand Am Morgen mit dir am Tisch sitzen am Mittag nach Hause kommen und dich und deine Lippen suchen gemeinsam essen gemeinsam unterwegs sein stundenlang auf dem bett liegen und reden und schweigen und küssen Und alles wieder von vorne zwei Wochen zwei Wochen lang nur Du und Ich ...

Träume werden wahr

Jeder von uns hat sie: Träume. Einige realistischer andere wengier realistisch. Und doch glaube ich, dass es sie beide braucht. Die Träume, die einem als Wegweiser dienen, Ziele, Dinge die man sich wünscht für sein leben und anstrebt. Und gleichzeitig braucht es die anderen Träume auch. Die Luftschlösser, deren Zimmer und Räume immer mehr und mehr ausgeschmückt werden können, ganz der Kreativität und dem Übermut des Träumer überlassen. Träume geben Kraft. Richtung. Treiben uns an. In einem halben Jahr habe ich mein Ziel, mein Kindheitstraum endlich verwirklicht. Ich werde das Studium zu dem Beruf abgeschlossen haben, den ich mir bereits als kleines Kind gewünscht habe. Kindheitsträume. Gerade in diesem Fall trifft das Wort absolut zu. Und ich freue mich darauf- wie ein Kind eben. Und gleichzeitig macht es mir Angst. Ist so ungewiss- ein völlig neuer Lebensabschnitt wird beginnen. Und obwohl ich bereits 22 Jahre alt bin, einige Meilensteine, erfolge und Rückschläge hinter mir habe,...

Holding out my hand for you

Please know that even if I like another guy ’ s appearance that doesn't matter at all 'cause that's no real attraction and no danger for you 'cause all that really matters is you! I know that you’re trying hard to express yourself a lot of words unsaid a lot of emotions unseen But believe me when I tell you I love you the way you are Through ups   and downs lows and highs as you’re the man i wanna have next to my side I'll be there standing next to your right holding out my hand for you to take it whenever you feel like it's right!

Zwischen Wolke 7 und 700

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Aus Glück Kreativität und Inspiration schöpfen- etwas das ich lernen muss. Ich schreibe nicht, wenn ich glücklich bin. Ich kann nicht schreiben. Habe keine Ideen. Mein Kopf ist leer. Oder die Gedanken anderswo. Irgendwo zwischen Wolke 7 und 700. Bei ihm. Wo immer er auch ist. Ich schreibe, wenn es mir schlecht geht. Wenn ich traurig bin. Wenn ich nachdenklich bin. Wenn ich am Liebsten weinen möchte, aber nicht kann. Wenn ich nur noch alleine sein will, das Kissen über den Kopf ziehen und mich an meine Katze kuscheln möchte. Ich schreibe dann, wenn mein Kopf vor lauter Gedanken beinahe platzt. Wenn mein Herz vor lauter Schmerz zu zerbrechen droht. Und jetzt geht es mir einfach gut. Ich bin glücklich. Zufrieden. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht und zwischenzeitlich völlig vom Alltagsgeschehen losgelöst. Ich denke die ganze Zeit an ihn und möchte am Liebsten bei ihm sein. Nur noch bei ihm sein. An seiner Seite einschlafen und an Seiner Seite aufwachen. Hand in Hand mit ihm um den Se...

Schlaflos

Zwei Uhr morgens- sie liegt in ihrem Bett und wälzte sich hin und her. Sie hatte alles versucht. Auf dem Rücken liegen. Auf dem Bauch. Auf der einen und dann der anderen Seite. Mit Musik. Ohne Musik. Und doch wälzte sie sich seit Stunden in ihrem Bett hin und her. Sie konnte ihre Gedanken nicht abschalten. Sie kreisten immer weiter und weiter. Malten in den buntesten Farben Bilder an ihre Zimmerdecke. Viel zu realistisch. Viel zu schön. Und ihr Herz schlug viel zu schnell. Sie starrte in die Dunkelheit, als plötzlich der Bildschirm ihres Handys auf ihrem Nachttischchen aufleuchtete. Sie entsperrte es und schaute nach. EIn Lächeln stahl sich ungehindert über ihr Gesicht, bis es ihre Augen erreichte. Eine Nachricht. Von ihm. Ihr Herz schlug noch schneller.

not happy. not sad

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Sich scheisse fühlen. Eine Leere im Innern. Keine Motivation.  Für Nichts. Auf dem Bett liegend die Decke anstarren. Irgendwo zwischen Schwere und Schwerelosigkeit. Das Gefühl, innerlich zerdrückt zu werden.Voller Tränen zu sein, die doch nicht an die Oberfläche wollen. Ein Abwärtstrudel. Ungewissheit. Das Wühlen nach Antworten auf die Frage, weshalb es einem so geht wie es geht. Unklarheit.Dunkelheit. Unwissen. Verdrängung. Ahnungslosigkeit. Das Ganze wieder von vorne.   Bild via

F wie Freundschaft

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Freundschaft- Zusammen Lachen, Reden, Weinen, Schweigen sich gemeinsam die Zeit vertreiben. Freundschaft- Tränen lachen verrückte Sachen machen Reden ohne viele Worte es gibt nicht viele von dieser Sorte Freundschaft- Umarmungen, Nähe, Zärtlichkeit geteilte werden Freud' und Leid gemeinsam durch Höhen und Tiefen gehen bis in des andern Herzen sehen Freundschaft- Vertrauen, gemeinsam auf Träume bauen das Herz teilen, Stück für Stück Freundschaft; pures Glück. _______________________________ Ich konnte mich nicht entscheiden. Pures Glück festhalten-manche würden sagen, dies sei unmöglich. Für mich sind diese beide Bilder der Gegenbeweis: Das ist PURES GLÜCK für mich. Vertrautheit. Nähe. Momente puren Glücks, durch eine Linse festgehalten. Diese Bilder bringen mich zum schmunzeln und berühren mein Herz.       

Albtraum

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Es fühlt sich an Wie ein verdammter Albtraum- Aber ich erwache nicht, Alles so real. Und doch kann ich nicht glauben, dass es gerade passiert Es fühlt sich an, wie wein verdammter Albtraum- Gute Gestalten und Bösewichte, Alles vorhanden. Welcher bin ich und welcher bist du? Ich möchte erwachen, Merken, dass es nur ein Hirngespinst ist. Möchte erwachen, und sehen, dass alles wie früher ist, möchte erwachen, und sehen, dass du da bist, erwachen, und wissen, dass du mich liebst. Doch es ist wie in einem Albtraum. Es macht einen kaputt, das Böse verfolgt einen, lässt nicht los. Man kann nicht fliehen. Ein verdammter Albtraum. Ich wollte und konnte es nicht sehen, habe an das Gute geglaubt, an die Wahrheit in deinen Worten. Doch es ist kein Albtraum, es ist meine Realität

Heimat

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Ich fahre entlang der langen, gewunden Strasse, die sich um die tödlichen Klippen herumschlängelt. Hinter den Klippen ist das Meer- aufgewühlt und stahlgrau. Ich liebe seine Macht, zu beruhigen und zu erfreuen. Ich kenne die Strasse, jede einzelne Kurve, die Hügel, die sie überquert und die Aussicht, die sich  mir bietet, wenn man von einer Anhöhe hinunterfährt.  Dort, wo die Strasse sich wie ein Finger krümmt, kann ich das donnernde Krachen der Wellen hören, die gegen die Felsen schlagen, sich dann wieder zurückziehen, um erneut wie eine Faust zuzuschlagen, während sich weit draussen auf der Meeresoberfläche die Sonnenstrahlen spiegeln.  Als ich noch kleiner war und meiner Fantasie keine Grenzen gesetzt waren, habe ich mir immer vorgestellt, dass das Rauschen der Bäume, welche das letzte Stück der Strasse säumen, ihre Klage war, die sie einander während Wind und Regen zuraunten. Fantasien, welche ich schon lange nicht mehr habe. Und trotzdem rufen der Anblick der ...

Geschichten

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Seit es Menschen gibt, gibt es auch Geschichten. Geschichten begeistern Jung und Alt, Menschen aller Generationen. Geschichten vermögen einen in eine andere Welt zu entführen, lassen einen träumen und phantasieren und die reale Welt eine Weile vergessen.  Ich erinnere gut daran, wie meine Grossmutter mir immer Geschichten vorgelesen hat. Ich sass dann auf ihrem Schoss oder lag an sie gekuschelt auf dem Bett, folgte ihrem Finger auf der Buchseite und lauschte ihrer Stimme. Für ihre Stimme bewunderte ich sie am Meisten; Ihre Stimme war ihr Werkzeug- wie der Zauberstab einer guten Fee, hauchte die Stimme meiner Grossmutter jeder einzelnen Figur Leben ein, verlieh ihr eine eigene Stimme und erweckte sie zum Leben. Ich liebte es, mit meiner Grossmutter in Phanasiewelten zu reisen, ihrer Stimme zu lauschen oder einfach nur, sie beim Vorlesen anzuschauen. Und ich genoss die Nähe zu ihr; Das gemeinsame Eintauchen in eine Geschichte machte uns zu Verbündeten. Genau deshalb li...

Trauer ist grau

Wenn Trauer eine Farbe hätte, dann wäre sie Grau. Sie wäre von einem undurchdringlichen und dunkeln Grau, dass sich wie ein schwerer Schleier über die Menschen legt, dachte sie. Ja, Trauer wäre Grau. Trauer war Grau. Ein hässliches und abweisendes Grau, dass es fertig brachte, allem Anderen um einen rum die Farbe herauszusaugen- das satte Grün aus dem Gras, das fröhliche Blau des Himmels und das energiespendende Gelb aus der Sonne. Und je mehr Farben der Aussenwelt die Trauer an sich gerissen und in sich hineingezogen hatte, desto düsterer wurde die Aussenwelt und dunkler das Grau der Trauer. Das geht so lange, bis die Welt in Grau versinkt und die Trauer selbst zu einem alles überdeckenden Tiefen Schwarz geworden ist. Einmal an diesem Punkt angelangt, laugt dich die Trauer aus, saugt alle Energie aus dir heraus und es wird immer schwieriger, ihren Fängen zu entringen. Ja, erkannte sie, die Trauer ist weniger ein Gefühl als eine Seuche, die sich über die Herzen und Seelen der Mensche...

Besonderer Tag

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Als sie am Morgen aufwachte, tapste sie schlaftrunken ins Badezimmer und war im erstem Moment von dem grellen Licht geblendet. Den grossen Spiegel ignorierend schälte siesich aus ihrem Pijama und stellte sich lang unter die Dusche. Als sie dann wieder trocken und nach wenigen Handgriffen einen Blick in den Spiegel warf, mochte sie, was sie sah. Das Gesicht, das sie forschend anschaute, gefiel ihr. Sie gefiel sich. Sie lächte sich selbst durch den Spiegel an, sie fühlte sich wohl in ihrer Haut, fühlte sich schön. Solche Tage sind Gold wert- denn gleichermassen mit dem eigenen Spiegelbild, scheint die ganze Welt in ein wunderbares Licht getaucht, das alles um einen herum gleich viel schöner erscheinen lässt. Solche Tage sind perfekte Tage!

Caught between darkness and light in the shadows of your mind

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Sie wälzte sich hin und her. Lag mal auf den Bauch, dann auf der Seite und bis zum Schluss auf dem Rücken. Das Laken in einem grossen Durcheinander um ihrem Körper geschlungen, das eine Bein darunter, das andere an der frischen Luft. Sie öffnete die Augen, den Blick gegen die Decke gerichtet, und entdeckte ein Spiel aus Licht und Schatten, das die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Autos an ihre Decke warfen. Durch das geöffnete Fenster drangen die Geräusche der nacht bis in ihr ZImmer vor und im Zusammenspiel mit den Lichtern an der decke entführte sie ihre Fantasie in eine andere Welt.  Fasziniert beobachtete sie die tanzenden Lichter an der Decke und entdeckte einen tollpatschigen kleinen hund, der verspielt seinem eigenen Schwanz nachjagte und dabei immer wieder auf sein  Hinterteil plumpste. Dann setzte er sich wieder auf, winselte leise und shcien sie anzuschauen. "Hey du", flüsterte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und streckte ihre kleinen Händchen gegen die Decke. ...

Bei dir bin ich Zuhause

Gelächter im Hintergrund. Musik. Fröhliche Stimmen, die bis zu uns an den See dringen. Du und Ich. Wir sitzen auf dem Bootssteg, fernab vom Rest unserer lauten Familie, die die Gelgenheit nutzt um liebevoll den neusten Familienklatsch auszutauschen.  Du und Ich. Fernab von allen anderen. Für uns alleine. Endlich einmal wieder. Es war deine Idee. Du hast mich angelacht, mich an der Hand genommen und hinter dir her gezogen. Ich habe gelacht, bin hinter dir her gerannt. Das Gras kitzelte an meinen Füssen. Du hast mich in die Richtung des Sees gezogen. Richtung Bootssteg. Ich habe dich gefragt, was du willst. Du hast gelacht und bist schneller gerannt, das Gras unter deinen Füssen.  Die Holzplanken waren erstaunlich warm. Du hast mich angeschaut, gelächelt und dich hingekniet. Direkt an den Rand. Du hast dich nach vorne gebeugt und mit der Hand die Wasseroberfläche berührt. Kleine Ringe haben sich gebildet, die immer grösser wurden bis sie langsam ganz verschwanden. Du hast zu m...

Wir können es schaffen

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Du warst meine Familie. Du und nur du allein. Für eine lange Zeit. Du warst meine Familie und mein Leben. Für dich habe ich gekämpft und gelebt. Für dich war ich stark. Nun haben wir endlich eine Familie- ich habe mich für die eine Seite enschieden, du dich für die andere. Und das hat uns beinahe weiter voneinander entfernt. Es hat mir Angst gemacht, dich entgleiten zu sehen. Es hat mir Angst gemacht, nicht zu wissen, was läuft. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht mehr weiss, wann es dir schlecht geht. Ich  mache mir Vorwürfe, dass ich nicht mehr so für dich einstehen kann, wie es früher möglich war. Es tut weh, dich nicht mehr täglich zu sehen- wenn auch nur für einige Minuten. Ich vermisse es, dass du jeden Abend in mein Zimmer gekommen bist, sobald du Zuhause warst. Es tut weh, mit dir nach Terminen zu suchen, bis wir uns endlich wieder sehen. Ich vermisse es, mit dir auf dem Sofa eingekuschelt Fern zu schauen. Ich vermisse unsere Gespräche. Deine Witze. Dein Lachen. Ich v...

Aus.

Mein Bruder ist nach Hauses gekommen. Es geht ihm verschissen, das sehe ich ihm bereits an, als er bei mir in der Türe steht. Und noch bevor er mir einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, rieche ich es auch. Alkohol. Rauch. Marihuana. Ich unterdrücke die Tränen, weiss genau, dass ich ihm damit die ganze Situation noch unerträglicher machen würde und ihn zum Verstummen bringen würde. Er schaut mich mit treuen aber traurigen Augen an und schweigt. Trotzdem weiss ich, dass er darüber reden will. Aber nicht kann. Es ist aus. Ich stehe auf und umarme ihn, unterdrücke abermals die Tränen. Ich hatte Angst vor diesem Moment, aber ich sah ihn kommen. Wieder und wieder hat er es aufs Neue versucht mit seinem Mädchen. Und nun ist es definitiv. Sie waren perfekt. Nun ja, zumindest schien es so. Ich habe Angst um ihn. Schreckliche Angst. Angst, dass er wieder abstürzt. Sich aus seinem Loch nicht rausziehen kann. Dass er mich wieder nicht an sich ran lässt. Dass er sich selbst kaputt macht. Dass er ...